Unfall mit Hund

von Jan 9, 2022Alltag

Unfall mit Hund
Ein lauter Knall, aggressives Gebell oder die Jagd nach einem Ball. Dies sind nur einige Beispiele, die einen Hund auf die Straße rennen lassen und einen Unfall provozieren. Bestenfalls kommt es gar nicht erst so weit und umsichtiges Verhalten, Leine und Geschirr sowie ein gutes Training verhindern eine solche Situation. Dennoch ist es im Ernstfall gut zu wissen, wie man sich verhalten soll. Wie sieht die Rechtslage bei einem Autounfall mit Hund aus? Wie du einem Desaster vorbeugen kannst und welche rechtlichen Konsequenzen ein Zusammenstoß haben kann, erfährst du in diesem Artikel.

Verhaltensregeln bei Unfall mit Hund: Was ist zu tun?

 

Wie bei jedem Unfall gilt auch bei einem Unfall mit Hund in erster Linie die Prämisse, Ruhe zu bewahren. Nun gilt es, eine Warnweste anzuziehen, den Warnblinker einzuschalten und die Unfallstelle zu sichern, um weiteren Schaden zu vermeiden. Verschaffe dir einen Überblick über die Lage. Gibt es Verletzte? Dann solltest du den Krankenwagen unter der Nummer 112 kontaktieren. Wenn es sich um einen schweren Unfall handelt, sollte die Polizei informiert werden. Falls du mit der Situation überfordert bist, bitte jemanden um Hilfe. Falls ein Hund unter Schock steht, kann er instinktiv das Weite suchen. In diesem Fall sollte die Polizei ebenfalls informiert werden.

Nach diesen ersten Schritten gilt es, sich Mensch und Tier zuzuwenden. Sind Menschen oder Tiere bewusstlos? Dann bringe sie in die stabile Seitenlage. Dabei gilt, dass Menschen beim Erste Hilfe leisten immer zuerst behandelt werden. Hunde, die große Schmerzen erleiden oder unter Schock stehen, können beißen. Daher kann es in bestimmten Fällen vorteilhaft sein, ihnen einen Maulkorb anzulegen.

Tipp: Aus einer Mullbinde im Verbandkasten lässt sich eine Maulschlinge basteln, die als provisorischer Ersatz für einen Maulkorb dient und dich sowie den Hund schützt.

Anschließend ist schnelles Handeln angesagt. Gerade bei schweren Verletzungen durch Autounfälle sollte der Hund zu einem Tierarzt oder in eine Tierklinik transportiert werden. Bis zum Transport sollte der Hund möglichst nicht bewegt werden, um Verletzungen an der Wirbelsäule zu vermeiden. Große Hunde lassen sich auf eine Decke legen und mit einem Helfer ins Auto heben. Grundsätzlich sollte das Tier zugedeckt werden, da die Körpertemperatur bei einem Schock häufig nicht mehr reguliert wird. Weitere nützliche Informationen ist im kostenfreien Ratgeber https://www.bussgeld-info.de/unfall-mit-hund/ zu finden.

 

Autounfall mit Hund – wie ist die Rechtslage bezüglich Schuld und Haftung

 

Laut dem § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) müssen Halter von Tieren in der Regel grundsätzlich für Schäden zahlen, die durch ihre Tiere verursacht wurden, wie beispielsweise:

● Verletzungen
● Vermögensschäden
● Sachschäden
● Schmerzensgeld
● Tierarztkosten

Tipp: Eine Tierhaftpflichtversicherung kann sich bei Hunden anbieten, um dich vor solchen finanziellen Belastungen zu schützen. In einigen Bundesländern ist diese bereits verpflichtend.

Rechtlich geht man davon aus, dass die Haltung eines Tieres immer eine unberechenbare Gefahr darstellt, weshalb man als Halter für die Schäden zahlen und die Tierarztrechnungen selbst begleichen muss. Im juristischen Jargon wird dies als verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung bezeichnet. Dabei ist es in der Regel unwichtig, ob der Hund angeleint war.

 

Hund wurde überfahren – wer ist schuld?

 

Wird ein Hund überfahren, kommt es bei den rechtlichen Fragen auf den Hergang und die Schuldfrage an. Wenn der Fahrer eine Mitschuld trägt, weil er beispielsweise zu schnell fuhr oder auf das Handy blickte, muss er möglicherweise einen Teil des Schadens selbst begleichen. Handelte der Halter fahrlässig, liegt die volle Verantwortung bei ihm.

Wenn man selbst einen Hund anfährt und diesen zurücklässt (niemand sollte so grausam und moralisch rücksichtslos vorgehen!), kann man aufgrund des Tierschutzgesetzes wegen Tierquälerei angezeigt werden und muss mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe rechnen, die bis zu drei Jahre dauern kann.

 

Wie lässt sich ein Unfall mit Hund verhindern? – 3 Tipps

 

Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht. Bereits einige grundlegende Verhaltensweisen und Trainingstipps können helfen, brisanten Situationen aus dem Weg zu gehen. Wir verraten dir einige Tipps:

1. Präventiv handeln
Als Hundehalter kannst du gefährliche Situationen besser einschätzen als dein Vierbeiner. Bereits beim Spazierengehen lassen sich Stoßzeiten und volle unübersichtliche Straßen meiden. Wenn du mit deinem Hund herum fährst, bietet es sich an, das Ein- und Aussteigen auf der Beifahrerseite zu erledigen, um direkt auf den Gehweg zu gelangen.

2. Geschirr statt Halsband und leuchtende Leine
Ein Hundegeschirr verteilt die Belastung bei einem Zug auf den Körper des Tieres und bietet einen guten Halt. So kannst du sie bei Gefahrensituationen besser und sicherer zurückziehen, falls sie auf die Straße stürmen. Ein Leuchtgeschirr leuchtet oder reflektiert im Dunkeln und erhöht die Sichtbarkeit.

3. Training
Hunde lieben es, zu trainieren. Mit den wichtigen Befehlen lernen sie, sich auf dich zu konzentrieren und weichen nicht von deiner Seite. Mit Blickkontakt nahe am Bein zu laufen gibt dir und deinem Tier Sicherheit und lässt weniger Ablenkungen zu. Abbruchsignale können den Jagdtrieb bezwingen und Sichtzeichen helfen bei der Kommunikation auf Entfernung.

 

So wird Ihr Hund 20 Jahre alt: Hunde-Aging-Experte verrät, was Hunde und Welpen wirklich brauchen, um gesund zu bleiben und deutlich länger zu leben - das Buch

Auch interessant für dich

Verreisen mit Hund

Verreisen mit Hund

Der Hund ist für viele Menschen ein Familienmitglied und darf selbstverständlich auch im Urlaub nicht fehlen. Eine...